Kurzurlaub auf Jeju Island

Es ist wieder mal Ende eines Monats und für uns bedeutet das wieder einmal: ausreisen! Durch Zufall stießen wir auf der Suche nach möglichen Zielen mit Direktflügen ab Tianjin auf die kleine koreanische Insel, Jeju Island, nur 2,5 Flugstunden entfernt. Wir hatten den Flug mit Spring Airlines, eine Billig-Airline mit max. 15 kg Freigepäck, gebucht. Da diese nur mittwochs und sonntags fliegen, haben wir den üblichen Wochenendtrip diesmal auf fünf Tage ausgeweitet.

Jeju Island ist eine kleine subtropische Vulkaninsel im Südwesten von Korea mit viel Lavagestein und Lavahöhlen. In der Mitte der Insel befindet sich der höchste Berg Südkoreas mit knapp 2.000 m. Aufgrund des angenehmen Klimas und der schönen Strände ist die Insel ein Touristenmagnet und beliebtes Ziel für die Flitterwochen der Asiaten. Europäer findet man hier allerdings selten.

Auf der ganzen Insel findet man diese süßen Männchen aus Lavagestein, die sog. Guardians mit unterschiedlicher Gestik und Mimik:

Im Vorfeld hatten wir online zwei Bustouren (West und East Coast) mit englischem Guide bei Yeha-Bustours gebucht, die wirklich zu empfehlen sind. Freitags starteten wir also um 8:30 Uhr mit der West Tour. Mit 22 anderen Leuten unterschiedlichster Nationen fuhren wir samt chinesischen und englischen Guide zum ersten Sightseeing-Punkt auf dem Programm: Hallim Park. Ein wunderschön angelegter Park mit botanischen Garten, einem Bonsai-Garten, einem kleinen Zoo, Wasserfällen, etc:

Anschließend spazierten wir ein Stück an der Westküste entlang. Leider hatten wir etwas Pech mit dem Wetter und es war kühl und bewölkt:

Nach ca. 30 Minuten ging es dann zum koreanischen Buffet. Das erste Mal, dass wir original koreanisches Essen bekommen haben. War ganz okay, aber übermäßig lecker war es nicht. Es gab natürlich viel Fisch, Meeresfrüchte, Algen und das typische Kimchi, das es hier wirklich zu jedem Essen gibt.

Nach dem Essen ging es dann weiter zum Mount Sanbang, ein Berg mit Tempelanlage, den wir besteigen mussten:

Leider fing es dann beim Abstieg an zu regnen und so entschieden wir uns, wie alle anderen Mitreisenden, für das Teddybärmuseum. Bei schönerem Wetter hätte man auch drei Wasserfälle besichtigen können. Für das Museum hatten wir eine Stunde Zeit – wir waren allerdings schon in fünf Minuten durch, da dies eher für Kinder gedacht war. So verbrachten wir also die restliche Zeit im Museumsrestaurant bis uns der Bus dann gegen 17 Uhr wieder am Hotel absetzte.

Samstags stand die East Tour auf dem Programm. Glücklicherweise war das Wetter heute besser und wir konnten die Sonne genießen. Zunächst ging es in das Trick Art Museum, wo man ganz lustige Fotos machen konnte, allerdings nur wenn man mindestens zu zweit ist. Danach brachte uns der Bus zum Seongeup Folk Village, ein kleines traditionelles Dörfchen, wo uns einer der Anwohner eine kleine Führung gab, was sehr interessant war:

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Typisches Häuschen

Dort bekamen wir dann auch das traditionelle Jeju-Essen: schwarzes Schwein, was eigentlich ganz lecker war.

Der nächste Punkt auf der Tagesordnung war dann der Seongsan Ilchulbong Peak, UNESCO Weltnaturerbe – ein Vulkankrater, den wir in rund einer halben Stunde bestiegen. Dort oben soll der Sonnenaufgang wunderschön sein. Am Fuße des Kraters fand dann die Seefrauen-Show statt. Die Taucherinnen, die sog. haenyeo sind ein wichtiger Bestandteil der Jeju-Kultur. Die Frauen tauchen bei jedem Wetter bis zu 20 m tief ohne Tauchausrüstung und verkaufen anschließend ihren Fang um ihre Familien zu ernähren. Die älteste haenyeo ist 78 Jahre alt.

Auf dem Weg zu der letzten Attraktion an diesem Tag fuhren wir die Küste entlang, an Stränden mit schwarzem Gestein und türkisen, glasklarem Wasser vorbei, bis zum Manjang Cave – die mit über 13 km längste Lavahöhle der Welt. Davon sind allerdings nur 1 km begehbar.

Nach diesen tollen Eindrücken und der angenehmen koreanischen Mentalität haben wir uns wieder einmal gefragt, warum wir statt Chinesisch nicht besser Koreanisch gelernt haben. Als unsere Reiseführerin uns dann allerdings so einfache Sachen wie „Hallo“ und „Danke“ auf koreanisch beibringen wollte, revidierten wir unseren Eindruck schnell wieder. Bereits nach einer Minute konnten wir die beiden kurz zuvor gelernten Wörter nicht mehr wiederholen. Koreanisch ist einfach zu schwer und da das koreanische Essen auch nicht so toll ist, arrangieren wir uns besser mit Tianjin 🙂 Dieses empfing uns dann sonntags nachmittags wieder mit 200 Smog und Kohlegeruch in der Luft…

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